Das Thema Abbildungsmaßstab beschäftigt vor allem die Fotografiebegeisterten, die sich der kleinen Welt widmen.
Falter, Summser, Krabbler & Co., aber auch z.B. Blütendetails sollen so formatfüllend wie möglich im Bild sein, auf Ausschnittsvergrößerungen soll aber aus Qualitätsgründen weitgehend verzichtet werden.
Also muss besondere Hardware ran - oder doch nicht ?
Wenn ja, was ist sinnvoll, denn bei den meisten von uns ist die Geldbörse doch nicht unendlich reichlich gefüllt.
Makroobjektive, das ist wohl meistens die erste Idee.
Ich will hier nicht über die Vor- und Nachteile der möglichen Brennweiten diskutieren, lade euch aber gerne dazu ein, auch dies in einem weiteren Beitrag zum Thema zu machen.
Ich habe mich nach einigen Versuchen für ein Objektiv von Sigma mit einer Brennweite von 150mm entschieden, natürlich mit Bildstabilisator (OS), seit ich dies zusammen mit der Canon R7 mit ihrem eingebauten Stabilisator nutze, habe ich somit sogar doppelten Vorteil.
Vorteil von Makroobjektiven ist u.a. die meist sehr kleine Naheinstellgrenze, das heißt, man kann deutlich näher ran an's Motiv, als mit normalen Objektiven.
Doch Makroobjektive sind meist noch teurer, als normale Objektive, das schreckt vor allem diejenigen ab, die nicht oft Makrofotografie betreiben.
Nächste Möglichkeit sind Telekonverter, mit denen die Brennweite des Objektives um den entsprechenden Faktor vergrößert wird.
Dabei gibt es Angebote der Objektivhersteller, dort teils auf bestimmte Objektive beschränkt und auch Fremdhersteller, wie z.B. Kenko.
Nicht alle Telekonverter unterstützen die Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera und selbst wenn das theoretisch der Fall ist, klappt vor allem die Autofokusfunktion nicht immer.
Auch erhöht sich der Blendenwert je nach Verlängerungsfaktor des Telekonverters.
Ich nutze mit durchweg Zufriedenheit den Kenko C-AF 1,4x TELEPLUS MC4, der zumindest mit meinem Makroobjektiv fast 100%ig problemlos funktioniert.
Aber es gab und gibt auch unangenehme Kombinationen, bei denen der Autofokus verweigert wird, abhängig von Objektiv, aber auch verwendeter Blende etc.
Zum Schluss möchte ich auf Nahlinsen eingehen, die meist in die Filtergewinde der Objektive eingeschraubt werden.
Dies ein erster Nachteil, es sei denn, man hat Objektive mit dem identischen Filtergewinde oder nutzt Adapterringe.
Und ich muss auch warnen, die meisten einlinsigen Nahlinsen taugen nichts, ich spreche aus Erfahrung. Günstiger in der Anschaffung, aber die Ergebnisse meist enttäuschend. "Wer billig kauft, kauft zweimal".
Empfehlenswerter sind mehrlinsige ACHROMATE.
Am bekanntesten die Produkte von Marumi und vor allem Raynox.
Ich habe Erfahrung mit den Raynox-Typen DCR-150 (4,8 Dioptrin) und DCR-250 (8 Dioptrin) an diversen Objektiven.
DCR-250 liefert zwar die höchsten Abbildungsmaßstäbe (Vergrößerungsfaktor), war mir aber in Praxis zu frickelig, die Tiefenschärfe für Outdooraufnahmen so gering, dass ich oft verzweifelte.
So bin ich bei der DCR-150 geblieben.
Vorteil dieser Raynox-Linsen ist die mitgelieferte Schnappfassung, mit der ein schnellerer Auf-und-Abbau möglich ist, als mit Einschraublinsen.
Zu Beginn dieses Beitrags schrieb ich vom Abbildungsmaßstab.
Er gibt laienhaft ausgedrückt an, um wie viel kleiner oder größer ein Objekt im Bild abgebildet wird.
Berechnung: Sensorgröße geteilt durch die Größe des Motives.
Ich erspare mir hier die Angabe, bzw. Diskussion, ab welchem Abbildungsmaßstab von Makrofotografie gesprochen werden kann, denn auch darüber gibt's unterschiedliche Ansichten.
Da bekanntlich Bilder mehr als Worte aussagen, nachfolgend eine Collage, in der senkrecht gestapelt mehrere Aufnahmen einer Messvorlage im Abstand von 50cm eingefügt sind.
Die Einzelaufnahmen sind jeweils oberhalb beschriftet, ich denke, mit dieser Beschriftung sollte klarzukommen sein. Objektiv, ggf. mit Zusatz, Brennweite und ABM.
ABM bedeutet Abbildungsmaßstab. Der Sensor meiner R7 ist 22,3mm breit, also ABM = 22,3 geteilt durch die Anzahl der Millimeter in den Bildern. Ergebnisse nicht 100% präzise, zur Demonstration aber sicher ausreichend.
Die Größe dieser Collage habe ich auf 1300 Pixel Breite verkleinert, bitte auf's Vorschaubild klicken, dann werdet ihr allerdings bisschen scrollen müssen.

Man könnte eine solche Aufreihung von Beispielaufnahmen noch fast endlos erweitern, ich wollte nur zeigen, dass auch die Kombination eines normalen Zoomobjektives in Verbindung mit einer guten Nahlinse zu befriedigenden Ergebnissen führen kann.
Voraussetzung allerdings, dieses Objektiv hat eine möglichst kleine Naheinstellgrenze und eine nicht zu niedrigere Brennweite.
Dies einer meiner Gründe zur Anschaffung des Tamron 18-400mm Zooms.
Fragen wie immer gerne.